Lesedauer: 10 Minuten | Datum: 3. August 2017

Gewinnspiele auf Facebook – Was ist erlaubt? Was nicht?

Lesedauer: 10 Minuten | Datum: 3. August 2017

Gewinnspiele auf Facebook – Was ist erlaubt? Was nicht?

Facebook ist das größte soziale Netzwerk der Welt. Im vergangenen Quartal wurde das Zweimilliardste Mitglied begrüßt – damit hat mehr als jeder vierte Bewohner der Erde ein Profil auf der Plattform und in Deutschland ist der Anteil noch höher. Hierzulande surfen 30 Millionen Personen regelmäßig auf Facebook. Eine so große Gruppe an potenzieller Kunden ist natürlich auch für Unternehmen interessant, die zur Steigerung der (organischen) Reichweite, Interaktionen und dem dazugewinnen neuer Fans immer wieder Gewinnspiele veranstalten. Wir haben uns das genauer angeschaut und einen Leitfaden erstellt: Was muss beachtet werden?

Gewinnspiele liefern viele Stolperfallen. Neben den Richtlinien von Facebook mit allgemeinen Regeln müssen die Veranstalter auch das deutsche Recht mit verpflichtenden Hinweisen beachten und einhalten. Dabei hat sich in den vergangenen Jahren schon einiges verändert. Anfangs musste beispielsweise jedes Gewinnspiel von Facebook freigegeben werden oder musste in eine Applikation eingebunden werden, durfte also nicht wie heute üblich in der Chronik gepostet werden. Im nachfolgenden Text klären wir Sie über die heutigen Richtlinien (Stand: August 2017) auf.

Wo darf ich ein Gewinnspiel auf Facebook veranstalten?

Zum einen dürfen Gewinnspiele in Applikationen durchgeführt werden. Ein großer Verteil dieser Methode ist es, dass zum Beispiel Daten für einen Newsletter generiert werden können. Die Alternative und am meisten genutzte Variante ist aber ein Gewinnspiel über die eigene Chronik. Auf letzteres wollen wir nun genauer eingehen.

Chronik der Nutzer ist tabu, Hashtags und markieren auch 

Welche Teilnahmebedingungen dürfen also vorausgesetzt werden? Um keinen Ärger mit den Richtlinien von Facebook zu bekommen darf man verlangen, dass der Teilnehmer den Beitrag oder die Unternehmensseite mit „Gefällt mir“ markiert oder kommentiert. Die Teilnahme per privater Nachricht ist ebenso erlaubt. Eine weitere Möglichkeit ist es, dass der Kommentar oder das Bild mit den meisten Likes gewinnt. Dabei kann das Bild auch nicht direkt unter den Beitrag gepostet werden, sondern auf der Chronik der Seite des Veranstalters. Verboten hingegen ist alles, was Einfluss auf die Chronik des Teilnehmers nimmt. Soll der Teilnehmer in seiner Chronik zum Beispiel ein Bild mit einem Hashtag posten, so ist dies nicht erlaubt. Auch das Teilen von Beiträgen als Voraussetzung verstößt gegen die Richtlinien. Was wir oft sehen, ebenfalls aber nicht erlaubt ist, ist das markieren von Freunden: „Markiere in den Kommentaren einen Freund, dem du das zweite Ticket schenken würdest.“ Alternativ kann man da schreiben: „Sage uns, wem du das zweite Ticket schenken würdest.“ Hier muss nicht markiert werden und verstößt somit gegen keine Richtlinien. In dieser Infografik haben wir das nochmal zusammengefasst:

Welche Hinweise sind verpflichtend?

Gem. § 4 Nr.5 UWG  sind Sie zur Angabe klarer und verständlicher Teilnahmebedingungen verpflichtet. Dazu gehört:

  • Wer darf teilnehmen?

  • Beginn und Ende des Gewinnspiels

  • Genaue Beschreibung des Gewinns

  • Regeln, nach denen der Gewinner ermittelt wird

  • Hinweise darauf, dass die Beiträge keine Rechte Dritter verletzen dürfen

  • Hinweis, dass Sie die Gewinner über Facebook benachrichtigen werden (falls dies der Fall ist)

  • Regeln für die Abwicklung der Gewinne (z. B. Pflicht zur Rückmeldung innerhalb von 20 Tagen, bevor der Gewinn verfällt)

Dies Teilnahmebedingungen müssen aber nicht im Beitrag selber stehen, sondern können beispielsweise als Notiz angelegt werden oder auf der Webseite hinterlegt werden. Jedoch muss dann der dazugehörige Link dabeistehen: „Unsere Teilnahmebedingungen finden Sie hier: www.beispiel.de/fb-gewinnspiel“

Ebenfalls verpflichtend ist der sogenannte Facebook-Disclaimer. Dieser kann wie folgt lauten: „Das Gewinnspiel steht in keinerlei Verbindung mit Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert.“

Datenschutz und Haftung

Natürlich müssen auch beim Datenschutz einige Dinge beachtet werden. Die Datenschutzhinweise können zu den Teilnahmebedingungen dazu geschrieben werden. Sollte man eine Notiz anlegen, so könnte man diese „Teilnahme- und Datenschutzbedingungen“ nennen. Folgende Punkte müssen aufgeführt werden:

  • Hinweis, dass die Daten nur für das Gewinnspiel verwendet werden

  • Falls Sie Newsletter-Adressen generieren, müssen Sie auch hierauf hinweisen

  • Hinweis an die Nutzer, dass Sie ein Recht auf Auskunft über deren Daten, deren Korrektur oder Löschung haben

  • Einwilligungen, falls Sie die Namen der Nutzer oder deren Inhalte präsentieren möchten

Sollten Sie wie in Punkt 4) geschrieben die Namen oder auch Bilder von z.B. der Gewinnübergabe veröffentlichen, sollten Sie dies in fetter Schrift oder einer anderen Farbe aufschreiben, um die Bedingungen gem. § 4a Abs.1 S.3 BDSG zu erfüllen.

Was kann passieren, wenn man gegen Regeln verstößt?

Stellt sich noch die Frage: Welche Konsequenzen drohen mir, wenn ich gegen die Richtlinien verstoße? Zum einen: Wenn Sie gegen die Facebook-Richtlinien verstoßen, kann Ihr Gewinnspiel ohne Ankündigung von Facebook gelöscht werden. Zum anderen die vermutlich wesentlich empfindlichere Strafe. Sollten Ihnen Fehler bei den Teilnahme- und Datenschutzhinweisen unterlaufen, können Sie durch Mitbewerber abgemahnt werden und müssen dann eine Unterlassungserklärung abgeben. Sollte es dann ein zweites Mal zu einem Vergehen kommen droht Ihnen eine Vertragsstrafe in Höhe von 2.500 Euro.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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