Lesedauer: 5 Minuten | Datum: 17. November 2019

Black Friday – Onlinewachstum ohne Ende!

Lesedauer: 5 Minuten
Datum: 17. November 2019

Black Friday – Onlinewachstum ohne Ende!

Die Bäuche sind voll, die Augen träge und doch ist der Körper voller Adrenalin und bereit für den Zugriff. Wird es der riesige Flachbildschirm? Ein neuer Drucker für das Arbeitszimmer? Oder doch zuerst neue Sneaker für die Kinder? Warum nicht einfach alles auf einmal? Wenn trotz der körperlichen Befindlichkeiten solche Gedankenspiele in den Köpfen von US-Amerikanern stattfinden, dann ist Black Friday.

Der Black Friday ist immer einen Tag nach Thanksgiving (letzter Donnerstag im Monat November) angesetzt. Doch welchen Ursprung hat dieser Shopping-Wahnsinn in den USA? Wie hat dieser Trend in Deutschland Einzug gehalten? Unterscheiden sich die Trends in den beiden Ländern? Gibt es noch weitere besondere Tage im e-Commerce und was bedeutet das für Sie? Dies wollen wir hier etwas näher beleuchten.

Das Shoppingevent Black Friday steht – wie öfter fälschlicherweise behauptet – in keiner Verbindung mit dem Black Thursday bzw. dem schwarzen Freitag, dem Börsencrash von 1929. Denn interessanterweise gibt es das Event schon deutlich länger! Schon Ende des 19. Jahrhunderts gab es in einzelnen US-Städten um Thanksgiving herum einige dieser Events. Das Ziel damals war das gleiche wie heute. Das Einläuten der Weihnachtszeit und somit auch das Ankurbeln des Weihnachtsgeschäfts. Doch so richtig offiziell wurde es in den 30er-Jahren. Da es bis dahin keine einheitliche Regelung dafür gab, legten der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt und der Kongress gesetzlich fest, dass Thanksgiving immer am letzten Donnerstag im November in den USA stattfinden sollte und der Black Friday erst am Tag darauf.

Doch wie kam der Black Friday nach Deutschland?

Apple war eines der ersten (US-)Unternehmen, welches Ende 2006 anlässlich des Black Friday in den USA anfing, hier in Deutschland spezielle Rabatte anzubieten. Jedoch nutzen sie den Begriff „Black Friday“ nicht. Die Verwendung von diesem Begriff ist eine relativ neue Entwicklung. Denn während in den letzten Jahren der Black Friday in Deutschland fast ausschließlich online stattfand, entdeckte der deutsche Einzelhandel den Black Friday erst in den letzten zwei, drei Jahren für sich.

Worin liegen die Unterschiede des Black Friday in Deutschland und den USA?

Wie bereits erwähnt war/ist der Einzelhandel in Deutschland erst sehr spät auf den Zug aufgesprungen. Das ist wohl der größte Unterschied zum Black Friday in den USA. Denn der Black Friday in den USA findet überwiegend offline statt. Und der einzige Eventtag ist der Freitag. Eigentlich.

Hierzulande hingegen findet das Event überwiegend Online (Umsatz von ca. 2.8 Milliarden Euro) statt und läuft eine ganze Woche lang und nennt sich bei vielen Händlern „Black Week“. Aber auch hier in Deutschland ist der Höhepunkt der Freitag.

Welche besonderen Angebotstage gibt es noch?

Natürlich gibt es aber auch wieder (Online-)Händler mit einem Alleinstellungscharakter, in diesem Fall Amazon. Der Versandriese hat während des Black Friday bzw. der Black Week (Amazon nennt es Cyberweek) zwar auch Angebote parat, spart sich die Kracher aber immer für den Cybermonday auf. Der Cybermonday ist der Montag nach der Black Week.

So interessant und gehypt diese Tage und Wochen auch sind. Dies sind nicht die einzigen Tage an denen die (Online-)Konjunktur brummt wie an kaum einem anderen Tag. Denn trotz all des Hypes im Westen, der umsatzstärkste Geschäftstag im Onlinehandel ist der Black Friday nicht. Der Tag mit dem Größen Moneyflow ist online der 11.11. Denn der 11.11. ist in China der sogenannte „Singles Day“. Der Legende zufolge trafen sich in China vier männliche Singles in einer Studenten-WG und diskutierten über das triste Singledasein. Da kamen sie auf die Idee, den 11.11. wegen der vier Einsen zum Singles Day zu erklären. Und sie gelobten feierlich dafür zu sorgen, dass dieser Tag zu einem Tag werden würde, an welchem Singles im ganzen Land feiern würden und mit etwas Glück auch die einzig wahre Liebe finden.

Was zunächst klingt wie der absurde Beginn eines Todd Phillips-Streifens wurde dank Alibaba (das chinesische Pendant zu Amazon) & Co. zu einem riesigen Erfolg für Händler, Online wie Offline. So setzte alleine der Konzern Alibaba innerhalb von 24 Stunden 38,4 Milliarden Dollar um (im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 26%)! Die erste Milliarde setzte Alibaba schon nach einer Minute des Angebotstages um! Das lag daran, dass über den Tag gesehen die Chinesen zeitweise 544.000 (ja, richtig gelesen!) Bestellungen pro Sekunde vollzogen.

Fast schon unfassbare Zahlen welche das Land der Mitte mit seinen 1,4 Milliarden Menschen präsentiert. Und die Prognosen zeigen auch für die nächsten Jahre weiter nach oben, da für chinesische Unternehmen der europäische Online-Endverbrauchermarkt immer mehr in den Fokus rückt. Mittlerweile hat sich der Tag in China zu einem Feiertag entwickelt, an welchem überall Festivitäten stattfinden.

Ein weiterer Sondertag im Onlinebusiness ist der Prime Day (Umsatz von ca. 2 Milliarden). Der Prime Day findet seit 2015 jährlich am 15. Juli statt. An diesem Tag feiert Amazon mit besonderen Angeboten seinen eigenen Geburtstag. Im Fokus dieser Angebote stehen meist unternehmenseigene Produkte wie beispielsweise Kindle, Fire TV stick etc.

Sie sind am Zug

Es gibt also viele unterschiedliche Angebotstage, doch was bringt Ihnen dieses Wissen als Händler? Es zeigt, dass es durchaus lukrativ sein kann auf fahrende Züge aufzuspringen. Aber auch, dass es durchaus von Vorteil sein kann selber neue Wege zu gehen. Und durch gezieltes Marketing Aufmerksamkeit für die eigenen Angebote zu erzeugen.

Zum Beispiel empfiehlt es sich mit anderen Geschäften in einer Einkaufsstraße oder einem Shopping Center gemeinsam auszutüfteln, was für einen besonderen Aktionstag beziehungsweise Anlass man für die Kundschaft schaffen möchte. Wenn von Erfolg gekrönt wird dadurch eine positive Beziehung zu den Kunden entstehen, eine Bindung die auf Nähe und (Heimat-)Verbundenheit basiert. Dies sind Dinge, die fundamental sind damit der Einzelhandel sich in Zeiten von Amazon, Mister Spex und Zalando auch weiterhin bewähren kann.

Wenn Sie noch weitere Fragen dazu haben, wie man solch ein Konzept aufzieht und erfolgreich gestaltet, kontaktieren Sie uns ruhig. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

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