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Wie wir mit KI arbeiten und warum sie niemanden ersetzt

Stefan SchniedertönsAutor/in

Wir wir bei skeon digital mit KI umgehen

„KI ersetzt bald halbe Branchen." Solche Sätze liest man gerade überall. Und sie sind, wie so oft, nur zum Teil richtig. Bei uns ist Künstliche Intelligenz längst kein Zukunftsthema mehr, über das man auf Konferenzen spricht. Sie ist Alltag. Sie läuft jeden Tag mit, in fast jedem Projekt. Ich halte dabei nichts von Hype und genauso wenig von Panik. Deshalb will ich ehrlich sein: was sie bei uns tut, und was nicht.

Wir nutzen KI, um Konzepte zu challengen, Ideen weiterzudrehen, schnell Varianten zu sehen und Recherchen abzukürzen. Sie liefert erste Entwürfe, die wir danach zerlegen. Sie gibt eine Zweitmeinung, wenn wir uns festfahren. Und sie nimmt uns die Fleißarbeit ab, die früher Stunden gefressen hat. Aber eines nimmt sie uns nicht ab: das Denken, Bewerten und Abwägen. Sie schafft uns lediglich die Zeit dafür.

Zwei Beispiele aus dem Alltag

Für ein großes lokales Event sollte die KI erste Ideen für Bestandteile des Performance Marketing skizzieren. Ihr Vorschlag: die Anzeigen breit in der Stadt ausspielen. Klingt logisch. Ist aber falsch. In dieser Stadt kennt jeder das Event, dort ist jeder Euro verbrannt. Der Hebel liegt im Umland. Diesen entscheidenden Dreh hat kein Tool vorgeschlagen. Der kam aus unserer Erfahrung.

Ein anderes Mal hatte die KI in einem Projekttext den technisch aufwendigsten Teil nach vorne gestellt, den komplizierten Umzug einer Website. Sachlich völlig richtig. Nur interessiert das keinen Kunden. Was zählt, sind die Ergebnisse, die dabei herauskamen. Also haben wir umgestellt. Sehr gute Leute wissen das und ziehen daraus die richtigen Rückschlüsse.

Beide Male dasselbe Muster: Die KI liefert auf den ersten Blick logische Rückschlüsse. Den entscheidenden Dreh liefert aber der Mensch.

Am Ende entscheidet ein Mensch

Denn genau da liegt der Punkt. Bei uns sitzt am Ende immer eine geschulte Person, die prüft, anpasst und optimiert. Nichts geht ungeprüft raus. Und prüfen heißt nicht kurz drüberlesen. Es heißt: Stimmt die Aussage? Passt der Ton zur Marke? Ist das strategisch klug oder nur schön formuliert? Eine KI kann brillant klingen und trotzdem am Ziel vorbei arbeiten. Sie kennt deinen Markt nicht, sie kennt deine Kund:innen nicht und sie trägt keine Verantwortung. Wir schon. Deshalb ist sie für uns ein Werkzeug, kein Autopilot.

KI ist ein Verstärker, kein Ersatz

Das führt zu einer Wahrheit, die nicht jedem gefällt: KI verstärkt nur, was schon da ist. Sie macht sehr gute Leute besser und deutlich produktiver. Aufgaben, die früher einen halben Tag brauchten, sind in einer Stunde erledigt. Wer sein Handwerk beherrscht und weiß, was er will, holt enorm viel heraus. Wer vorher Mittelmaß produziert hat, produziert mit KI schnelleres Mittelmaß. Das Werkzeug hebt niemanden über sein Können hinaus.

Was das für dich bedeutet

Manche Unternehmen sehen in KI vor allem die Chance, sich die Agentur zu sparen. Der Gedanke ist nachvollziehbar. In den meisten Fällen wird er trotzdem nicht aufgehen. Es liegt daran, dass ein Werkzeug allein keine Qualität erzeugt.

Denk es einmal durch. Eine KI schreibt dir in Sekunden einen Text. Aber ob dieser Text zu deiner Marke passt, ob er die eine Sache trifft, die dich von allen anderen unterscheidet und ob er am Ende wirklich etwas verkauft, kann sie selbst nicht beurteilen. Genau dieses Urteil ist die eigentliche Arbeit.

Deshalb ist der entscheidende Faktor nie das Werkzeug, sondern die Person davor. In der Hand von Mittelmaß beschleunigt sie nur das Mittelmaß. In der Hand von sehr guten Leuten wird KI zum Beschleuniger. Das Werkzeug ist für alle dasselbe. Der Unterschied sitzt aber weiterhin vor dem Bildschirm.

Zur Wahrheit gehört aber auch: KI macht auch uns schneller. Aufgaben, die früher Tage gedauert haben, sind heute in Stunden erledigt. Das kommt am Ende dir zugute. Sehr gute Arbeit ist heute schneller und günstiger zu haben als noch vor ein paar Jahren. Gerade für kleinere Unternehmen mit kleinerem Budget öffnet das Türen, die vorher verschlossen waren.

Nur das Können selbst nimmt dir KI nicht ab. Ein gekaufter Werkzeugkasten macht aus niemandem einen Handwerksmeister. Und ein KI-Zugang macht aus einem Handwerksmeister oder einem gelernten Bankkaufmann eben auch keinen Marketer, der die Sache versteht, richtig einschätzt und sauber umsetzt. Marketing ist ein eigenes Handwerk. Genau wie deins.

Es gibt gute Arbeit ohne KI, aber keine gute KI-Arbeit ohne sehr gute Leute.

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